Sternspuren – Startrails

Sternspuren – Stratrails fotografieren

Von der Idee zur Ausführung

Die Idee, Sternspuren zu fotografieren, faszinierte mich schon lange. Doch häufig machten das Wetter oder der Mond diese Pläne zunichte. Im November 2024 war es endlich so weit: Eine mondlose Nacht stand bevor, in der sowohl die Milchstraße als auch der Komet C2023/A3 sichtbar sein sollten. Die perfekte Gelegenheit für außergewöhnliche Astrofotografie.

Die Planung

Der Komet C2023/A3 war zu dieser Zeit in aller Munde, und ich wusste, dass die besten Bedingungen für seine Sichtbarkeit im November nur noch für kurze Zeit verfügbar sein würden. Mit der Hilfe der PhotoPills-App plante ich genau, wann und wo ich den Kometen und die Milchstraße am besten fotografieren konnte. Ich notierte mir das Azimut, den Vertikalwinkel und die genaue Uhrzeit des Erscheinens des Kometen. Zusätzlich hatte ich die Möglichkeit, die Milchstraße am Vorabend des Shootings senkrecht am Himmel zu fotografieren. Da der Mond bis Mitternacht nicht sichtbar sein würde, schien die Nacht perfekt für ein Astrofoto.

Ich entschied mich für den Sustenpass als Standort, da dieser eine freie Sicht nach Süden und Norden ermöglichte und zugleich einen beeindruckenden Hintergrund für die Sternspuren im Norden bot.

Fahrt zum geplanten Standort

Am späten Nachmittag machte ich mich auf den Weg zum Sustenpass. Auf der Fahrt dorthin bemerkte ich eine Tafel, konnte den Text jedoch nicht vollständig lesen, da ein Motorradfahrer dicht hinter mir fuhr. Am Pass angekommen, begutachtete ich mit der PhotoPills-App den geplanten Standort und überprüfte die Bildkomposition. Doch dann erfuhr ich, dass der Sustenpass ab 18 Uhr bis zum nächsten Morgen geschlossen war. Da ich weder ein Zelt noch einen Schlafsack dabei hatte, musste ich kurzfristig umdisponieren.

Zum Glück kannte ich das Maiental aus früheren Bergtouren und wusste, dass es dort gute Möglichkeiten für eine Fotolocation gab. Ich fuhr zurück zur Schranke des Nachtfahrverbots und fand im Chlialp einen geeigneten Platz für mein Shooting.

Ausführung

Am Gorezmettlenbach fand ich schließlich den perfekten Ort für meine Fotografie. Für eine gute Bildkomposition stand das Stativ mit einem Bein im Wasser, und die ersten Fotos entstanden noch bei Tageslicht. Für die Aufnahme der Sternspuren stellte sich der Standort als ideal heraus. Leider war die Sicht auf den Kometen und die Milchstraße nicht optimal, da sich über dem Stucklistock erste Schleierwolken bildeten. Ein Versuch, die Milchstraße zu fotografieren, misslang, aber ich wollte die Kamera nicht mehr verschieben, um noch ein Foto mit den letzten Sonnenstrahlen auf dem Bärenhorn zu machen.

Die Aussicht nach Norden, in Richtung Spannort, war jedoch perfekt. Mit den letzten Sonnenstrahlen auf dem Bärenhorn begann die lange Wartezeit. Es wurde zunehmend kälter, aber nach 19 Uhr stellte ich die Kamera auf Serienbildmodus: 30 Sekunden Belichtung, f/4 Blende und ISO 1000. Nun hieß es warten – Tee trinken und die Nacht genießen.

Nach etwa einer Stunde und 150 Fotos packte ich meine Ausrüstung zusammen und wanderte bei stockdunkler Nacht zurück zum Auto. Schließlich ging es heim in die warme Stube.

Bildbearbeitung - Fotomontage

Zu Hause importierte ich alle Aufnahmen in Lightroom. Die Belichtung wurde leicht angehoben, Lichter reduziert und Tiefen sowie Weißtöne optimiert. Dann sortierte ich die vielen Flugobjekte und störenden Elemente aus. Kleine Objekte wurden mit dem Korrekturpinsel-Werkzeug übermalt. Die 71 besten Fotos exportierte ich im TIFF-Format.

Anschließend kombinierte ich die Bilder mit Startrails, um die Sternspuren zusammenzufügen. Der letzte Schritt war eine Fotomontage: Ich kopierte das Bild mit den letzten Sonnenstrahlen auf dem Bärenhorn und kombinierte es mit den Startrails-Aufnahmen in Photoshop. Das Resultat ist ein beeindruckendes Bild, das die Mischung aus Sonnenlicht und Nachtfotografie zeigt.

Startrails über dem Baerenhorn mit Bergbach im Vordergrund.

Fotomontage

Landschaft:   f/14, 1/15s, ISO160
Himmel:  aus 70 Aufnahmen je 30s bei Blende 4 und ISO 1000

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Daniel Montandon

Auf dem Tomlishorn ein Sprung ueber dem Nebelmeer. Fotografiert mit Selbsausloeser

Daniel Montandon

Ich bin leidenschaftlicher Hobbyfotograf und liebe es, in der Natur unterwegs zu sein.
Frühmorgens oder spät abends, wenn das Licht weicher und warm ist, sind die idealen Bedingungen. Seien es Tiere in der Natur oder Personen am See oder beim Wasserfall ich versuche das aussergewöhnliche Bild festzuhalten.

Mein Ziel ist es, Fotoprojekte in der Natur zu realisieren, ohne aufwendige Bildbearbeitung am Computer durchführen zu müssen. Ich liebe es, mich dabei auch auf ausgefallene Projekte einzulassen. Je nach Projekt bin ich auch gerne bereit, diese auf tfp-Basis umzusetzen. Ich freue mich auf deine Kontaktaufnahme.