46. Swiss International Moutain Marathon - Morgins 14./15.08.2021
Wettlauf gegen die Zeit
Nachdem Felix und ich im 2020 einen Top-10-Platz knapp verpasst hatten, musste am Swiss International Mountain Marathon 2021 in Morgins ein hochgesteckteres Ziel her.
Bereits die Anfahrt nach Morgins ist abenteuerlich: 4 Stunden quer durch die Schweiz und anschliessend mit einem aus den 80er Jahren erbauten 3er Sessellift auf eine Alp. Weit ab von Strassen und der Zivilisation. Dieses Ambiente macht den Reiz des Swiss International Mountain Marathon aus. Seit 1976 treffen sich jährlich rund 400 OL-Begeisterte, um sich in fünf verschiedenen Kategorien zu messen. Bewaffnet mit einer Karte sowie einer definierten Ausrüstung zur freien Übernachtung in den Bergen, müssen an zwei Tagen OL-Posten angesteuert werden.
Die Uhr tickt
Nach dem positiven Ergebnis im vergangenen Jahr am SIMM in St. Antönien, setzen Felix und Ich dieses Jahr die Ziele höher. Wir gehen in der Kategorie „Score“ an den Start. Dabei müssen die Teilnehmer jeden Tag möglichst genau 5 Stunden unterwegs sein und dabei so viele Posten wie möglich ablaufen. Somit sind die Gegner nicht nur blutjunge und durchtrainierte Sportler, sondern auch eine unablässig, tickende Uhr. Dies lässt das erfahrende Duo aus St.Gallen und Meggen allerdings kalt: Mit einem erfrischenden Startbier stillen wir unsere durstigen Kehlen und verlassen pünktlich die Startlinie.
Fatale Entscheidung
Der erste Tag verläuft für uns beiden Routiniers optimal. Mit einer Zeit von 4:55:50, 12 angelaufenen Posten und einem Halt in einer kleinen Alpwirtschaft erreichen wir das Ziel. Zwischenrang 15 von 22 und eine Punktezahl von 660. Die Übernachtung im Zelt ist kurz. Bereits um 8 Uhr starten Felix und ich wieder in den Wettkampf. Erneut läuft es gut und ein Top-10-Platzierung scheint realistisch. Doch am Posten Nr. 60 treffen wir eine fatale Entscheidung: Wir schlagen den Rat des Kontrollteams am Posten in den Wind. Anstatt der Empfehlung zu folgen und ins Tal abzusteigen, nehmen wir unbelehrbaren Berggänger den Höhenweg durch die Erlenbüsche Steincouloirs. Ein Fehler: Für 1.7km Luftlinie benötigen wir 1 Stunde und 15 Minuten. Damit büssen wir wertvolle Minuten ein. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Ziel nicht ganz erreicht - 1 Sekunde zu lang im Rennen
Am Ende kommen Felix und ich mit einer Verspätung von 4 Minuten und 11 Sekunden ins Ziel. Die Fehleinschätzung beim Couloirs kostet sie 25 Strafpunkte und somit eine Top-Platzierung. Insgesamt haben wir innerhalb von zwei Tagen 29 Posten angelaufen, 1500 Höhenmeter Aufstieg, 1900 Höhenmeter Abstieg und 29.7 Kilometer zurückgelegt. Schliesslich belegen wir den 16 Schlussrang mit einer Gesamtzeit von 10:00:01 und 1585 Punkten. Obschon das persönliche Ziel knapp nicht erreicht wurde, bleiben der Stolz über das Geleistete und die Erinnerungen an eine super Teamleistung. Etwas ist Gewiss: Die Revanche wird in nächsten August in Obersaxen folgen. Und dann wird auch der härteste Gegner fallen: die tickende Uhr.