SIMM 2023 Adelboden

Uups, wir haben es wieder getan …

Was im internationalen Sport zum guten Ton gehört, haben wir längst verinnerlicht: der Rücktritt vom Rücktritt. So sind wir dieses Jahr erneut zum International Mountain Marathon angetreten. Zum letzten Mal. Versprochen.

Eigentlich hatten wir, Felix und ich, uns auf den sportlichen Ruhestand gefreut. Keine Postensuche, kein frühes Aufstehen, kein kompetitives Umfeld mehr. Als die Anmeldung zur 48. Durchführung des Mountain Marathons ins Haus flatterte, legten wir sie deshalb zur Seite. Schliesslich hatten wir nach der letztjährigen Ausgabe offiziell unseren Rücktritt bekanntgegeben. Doch mit jedem Tag der verging, desto mehr begannen wir an unserem Entscheid zu zweifeln. Denn: Wir hatten alles, was es für den Erfolg braucht. Ehrgeiz, Erfahrung und einen Rekord vor Augen. Mit der erneuten Teilnahme würde Felix sein 10-jähriges und Daniel sein 20-jähriges Jubiläum feiern. Es war also möglich, die Roger Federers des SIMM zu werden. THE GOAT im alpinen OL-Marathon-Geschäft. Und so kam es, dass wir Mitte August nach Adelboden reisten.

Nach dem Massenstart Kartenstudium zur optimalen Route am ersten Tag

Tag 1:

Auf der Engstligenalp versammelten sich rund 300 Orientierungsläuferinnen und -läufer sowie Bergsportbegeisterte vor dem Start. Unsere Motivation war gross und das Wetter spielte mit. Doch kurz vor dem Start bemerkte Felix, dass die Reservebatterie für seine Stirnlampe fehlte – Disqualifikation! Also mussten wir ins Restaurant zurück und nach einer Batterie suchen. Unsere Not nutzte schliesslich ein geschäftstüchtiger Teilnehmer, um uns eine Ersatzbatterie für teuer Geld zu überlassen. Einen Preis, den wir gerne gezahlt hätten, hätte Felix gestern Abend nicht schon eine Trillerpfeife und einen Kompass erstehen müssen. Unsere langjährige Erfahrung schützte wohl vor Vergesslichkeit nicht.

Mit exklusiver Ausrüstung ging es nun in unseren Jubiläums-OL. Mit dem Startschuss steckten Felix und ich die Köpfe zusammen, um den besten Laufkurs zu planen. Unsere Erfahrung im bergigen Gelände kam uns hier entgegen. Nur beim Posten 51 – Stein auf der Nordseite – hatten wir etwas Mühe. Es war nicht leicht, den richtigen Stein unter den vielen Felsblöcken zu finden, und die kleine Postenflagge war auch noch hinter dem Stein versteckt. Doch ansonsten lief alles wie am Schnürchen. Oder zumindest fast: Kurz vor dem Ziel setzte leichter Regen ein. Nach 5 Stunden, 18 Minuten und 41 Sekunden quittierten wir etwas durchnässt den letzten Posten. Diese 18 Minuten und die paar Sekunden Strafzeit kosteten uns 95 Punkte Abzug.

Wenigstens hatte der Regen Erbarmen mit uns, und es trocknete schnell ab. Wir stellten unser Zelt auf. Als Abschluss des ersten Tages machten wir uns auf den 1000 Meter langen Fussmarsch zum nächsten Restaurant auf dem Hannenmoospass für ein wohlverdientes Abendbier. Zurück beim Camp erwartete uns das obligatorische 3-Gänge-Menu unter einem wunderschönen Sternenhimmel.

verpflegen, kochen regenerienen nach dem ersten Tag im Camp

Tag 2:

Mit freier Routenwahl für die Score-Kategorie wählten Felix und ich die Posten über die Gipfel und den Laveygrat. Steile, weglose Abstiege erforderten äusserste Vorsicht. Wir liefen optimal zu den Posten, überquerten Geröllhalden und folgten Bachläufen – alles direkt zum Ziel, zu einem Zwischen-Bier in der «Schermtanne». Ein purer Genuss nach diesen Abstiegen. Nach weiteren vier Posten erreichten wir das Ziel – Adelboden in einer Zeit von 4 Stunden, 11 Minuten und 6 Sekunden.

Am Ende reichte unsere Zeit von 9 Stunden, 29 Minuten und 47 Sekunden sowie insgesamt 1095 Punkten für den 13. Schlussrang. Damit platzierten wir uns im guten Mittelfeld. Doch eigentlich war die Platzierung dieses Jahr nur zweitrangig. Denn mit unserer Jubiläumsteilnahme haben wir uns in die Geschichtsbücher eingetragen. Zumindest in unsere eigenen. Nun können wir uns wirklich zur Ruhe setzen. Das war unser letzter SIMM. Wenigstens für dieses Jahr. Versprochen.

OL-Posten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Daniel Montandon

Auf dem Tomlishorn ein Sprung ueber dem Nebelmeer. Fotografiert mit Selbsausloeser

Daniel Montandon

Ich bin leidenschaftlicher Hobbyfotograf und liebe es, in der Natur unterwegs zu sein.
Frühmorgens oder spät abends, wenn das Licht weicher und warm ist, sind die idealen Bedingungen. Seien es Tiere in der Natur oder Personen am See oder beim Wasserfall ich versuche das aussergewöhnliche Bild festzuhalten.

Mein Ziel ist es, Fotoprojekte in der Natur zu realisieren, ohne aufwendige Bildbearbeitung am Computer durchführen zu müssen. Ich liebe es, mich dabei auch auf ausgefallene Projekte einzulassen. Je nach Projekt bin ich auch gerne bereit, diese auf tfp-Basis umzusetzen. Ich freue mich auf deine Kontaktaufnahme.