Kreuzotter im Alpstein gesichtet

Ein seltenes Naturerlebnis beim Wandern in der Schweiz

Manche Begegnungen in den Bergen passieren unerwartet – und bleiben dafür umso länger im Gedächtnis. Bei meiner Wanderung im Alpstein hatte ich das seltene Glück, gleich zwei Kreuzottern aus nächster Nähe zu beobachten.
Es war ein perfekter Frühlingstag in den Schweizer Alpen: Die Sonne wärmte angenehm, die Luft war klar, und alles schien auf eine ruhige, genussvolle Tour hinzudeuten. Beim Abstieg in Richtung Wildhaus bemerkte ich plötzlich eine Bewegung auf dem Wanderweg.

Die Begegnung mit der Kreuzotter im Alpstein

Eine Schlange – von mir aufgeschreckt – glitt rasch talseits ins Unterholz davon. Ich blieb stehen. Irgendetwas sagte mir, dass sich das Warten lohnen könnte. Würde sie wieder auftauchen? Schliesslich schien sie ja eigentlich den Weg bergauf überqueren zu wollen.
Und tatsächlich: Nach einem kurzen Moment regte sich etwas im trockenen Gras. Langsam und vorsichtig schob sich die Kreuzotter wieder hervor und bewegte sich in Richtung Trockenmauer.

Ich verharrte regungslos und beobachtete jede ihrer Bewegungen. Vorsichtig näherte ich mich bis auf etwa zwei Meter, ohne sie zu stören. Ihr charakteristisches Zickzack-Muster zeichnete sich klar im Sonnenlicht ab, während sie sich ruhig und elegant über die Steine schlängelte.
Für einen Augenblick hob sie den Kopf – fast so, als würde sie mich wahrnehmen und prüfen. Dann setzte sie ihren Weg unbeirrt fort, glitt über den steinigen Pfad und kreuzte ihn nur etwa einen Meter vor mir. Kurz darauf verschwand sie wieder zwischen Steinen und trockenem Gras. Ich blieb noch einen Moment stehen, beeindruckt von der Ruhe und Selbstverständlichkeit dieser Begegnung.

Lebensraum der Kreuzotter im Alpstein mit Trockenmauer und Gras
Kreuzotter im Alpstein auf einer sonnigen Trockenmauer bei Wildhaus

Kreuzotter im Alpstein auf einer sonnigen Trockenmauer bei Wildhaus

ein zweiter Glücksfall

Doch die Natur hatte an diesem Tag noch mehr zu bieten: Rund fünfzig Meter weiter entdeckte ich eine zweite Kreuzotter, die ebenfalls in einer Trockenmauer verschwand. Auch wenn sie sich nicht mehr zeigte, machte allein diese zweite Sichtung den Tag noch besonderer.
Mit einem Gefühl tiefer Freude und Dankbarkeit setzte ich meine Wanderung fort. Solche Momente sind es, die das Wandern im Alpstein so einzigartig machen – Begegnungen, die man nicht planen kann, die aber lange nachwirken.

Typischer Lebensraum der Kreuzotter im Alpstein mit Trockenmauern
in voller Länge, ca. 60cm im Wanderweg

Typisches Zickzack-Muster einer Kreuzotter in der Schweiz

Wissenswertes über die Kreuzotter in der Schweiz

Die Kreuzotter gehört zu den wenigen giftigen Schlangenarten in der Schweiz und steht unter Schutz, da sie stark gefährdet ist. Sie erreicht eine Länge von etwa 60 cm und ist an ihrem charakteristischen Zickzack-Muster leicht zu erkennen.
Kreuzottern sind scheu und greifen Menschen in der Regel nur an, wenn sie sich bedroht fühlen. Ein Biss ist für gesunde Erwachsene meist nicht lebensgefährlich, sollte jedoch immer ärztlich behandelt werden.
Besonders in alpinen Regionen wie dem Alpstein ist die Wahrscheinlichkeit, einer Kreuzotter zu begegnen, bei warmem Wetter erhöht – vor allem entlang von Trockenmauern und sonnigen Wanderwegen.

Kreuzotter überquert Wanderweg im Alpstein, mein Körperschatten verdeckt den hintern Drittel

Eine Kreuzotter überquert den Wanderweg im Alpstein aus nächster Nähe

Tipps zur Naturfotografie: Kreuzottern respektvoll fotografieren

Wer Kreuzottern in der Schweiz fotografieren möchte, sollte einige wichtige Grundregeln beachten:
◆ Trittsicherheit: Gerade beim Abstieg aufmerksam bleiben
◆ Abstand halten: Mindestens 1,5–2 Meter – für Sicherheit und natürliche Verhaltensweisen
◆ Ruhe bewahren: Hektische Bewegungen vermeiden, um das Tier nicht zu stressen
◆ Natürliches Licht nutzen: Besonders morgens oder spätnachmittags für weiche Kontraste
◆ Teleobjektiv verwenden: Für detailreiche Aufnahmen ohne Störung
◆ Lebensraum respektieren: Trockenmauern und Rückzugsorte nicht beschädigen

Fazit: Naturerlebnis im Alpstein

Der Alpstein gehört zu den schönen Wanderregionen der Schweiz – nicht nur wegen der beeindruckenden Landschaft, sondern auch wegen seiner vielfältigen Tierwelt. Eine Begegnung mit einer Kreuzotter ist selten und macht jede Wanderung zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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Daniel Montandon

Auf dem Tomlishorn ein Sprung ueber dem Nebelmeer. Fotografiert mit Selbsausloeser

Daniel Montandon

Ich bin leidenschaftlicher Hobbyfotograf und liebe es, in der Natur unterwegs zu sein.
Frühmorgens oder spät abends, wenn das Licht weicher und warm ist, sind die idealen Bedingungen. Seien es Tiere in der Natur oder Personen am See oder beim Wasserfall ich versuche das aussergewöhnliche Bild festzuhalten.

Mein Ziel ist es, Fotoprojekte in der Natur zu realisieren, ohne aufwendige Bildbearbeitung am Computer durchführen zu müssen. Ich liebe es, mich dabei auch auf ausgefallene Projekte einzulassen. Je nach Projekt bin ich auch gerne bereit, diese auf tfp-Basis umzusetzen. Ich freue mich auf deine Kontaktaufnahme.