2-Tages Marathon Obersaxen

swiss international mountain marathon in Obersaxen

Genussvolle zehn Stunden

Nach der erfolgreichen Teilnahme im Vorjahr stand für die Männerriegler Daniel und Felix beim diesjährigen Swiss International Mountain Marathon etwas anderes im Fokus: der Genuss.
 
Obersaxen Surcuolm. Die Routiniers Daniel und Felix warten auf 1609 m ü. M. auf den Start des 47. Swiss International Mountain Marathon. Die Stimmung: entspannt. Die Rucksäcke sind bereits seit vergangener Woche gepackt. Dieses Jahr sogar mit etwas Zusatzgepäck. Man wolle den Wettkampf dieses Jahr so richtig geniessen. Für einen ausgiebigen Apéro und eine gute Flasche Wein nehmen die beiden Ü-60er auch einen Wettbewerbsnachteil in Kauf. Generell fallen die beiden auf: Mit ihren guten Bergschuhen, Mammuthosen und Karohemden wirken sie im jungen, mit engen Sporthosen besetzten Teilnehmerfeld wie Fremdkörper. Mehr SAC-Hütte als Zehnstunden-Marathon. Doch das täuscht: Kurz nach dem Startschuss sind Daniel und Felix über alle Berge. Nach einer Stunde erreichen sie den Gipfel des Piz Mundaun. Einer erste Verschnaufpause mit herrlichem Panorama bis ins Val Lumnezia.

Viergänger auf dem Zweitausender

Alp Nova. Nach unzähligen Höhenmetern, etlichen angelaufenen OL-Posten und durchwanderten Alpenrosen-Wiesen treffen Felix und Daniel innerhalb der erlaubten Zeit im Zwischenziel auf 2071 m ü. M. ein. Müde suchen sie sich einen flachen Standplatz für ihr Zelt. Sie gehören zu den letzten, die noch eintreffen. Nicht alles sei einwandfrei gelaufen. Dieses Jahr seien internationale  Piktogramme anstelle der Textbeschriebe eingeführt worden, das habe die Postensuche erschwert. Der Frust über den zweitletzten Platz im Zwischenklassement ist allerdings nur von kurzer Dauer. Die Alp Nova wird von einem Älpler aus Willisau bewirtschaftet und der bietet den müden Sportlern gekühlte Getränke und frischen Alpkäse feil. So geniessen Felix und Daniel zwischen freilaufenden Kühen und glücklichen Schweinen ein kühles Bier, dazu frischen Alpkäse mit Oliven und Ribelmais Chips mit Chili. Anschliessend folgt eine Bouillon sowie Salat. Zum Hauptgang wird Pasta an Tomatensauce und einem Glas Rotwein kredenzt. Hätte sich an diesem Abend der Vollmond gezeigt, wäre die Idylle wohl perfekt gewesen.

Nach dem ersten Tag im Ziel auf rund 2000 Meter

Auf Abwegen

Am nächsten Morgen werden die beiden Männerriegler von Kuhglocken geweckt. Mit ihren drei Kilogramm leichteren Rucksäcken nehmen sie den finalen Wettkampftag in Angriff. Sie überqueren den höchsten Punkt auf 2309 m ü. M. – den Piz Sezner – und hangeln sich an senkrechten Wänden hinunter, um einen OL-Posten zu erreichen. Sie sind gut unterwegs, haben Zeit gut gemacht. Doch dann unterläuft ihnen ein Fehler: Die Höhe ist falsch berechnet. Oder liegt es am fallenden Luftdruck? Die Diskussion läuft ins Leere und die beiden müssen einen Umweg in Kauf nehmen, um den gesuchten Posten doch noch zu finden. Langsam werde es streng. Die Beine seien müde. Das überqueren von Kuhdrähten wirkt nicht mehr elegant, jeder Schritt in den schweren Bergschuhen ist eine Tortour. Kurz vor dem Ziel entscheiden sich Felix und Daniel nochmals eine Pause in einem Gasthof einzulegen und einen Durstlöscher einzunehmen. Ganz nach dem Motto: Marathon-Genuss!

Ehre, wem Ehre gebührt

Obersaxen. Nach etwas mehr als neun Stunden erreichen die beiden Routiniers das Ziel. Dank einer deutlichen Steigerung am zweiten Tag konnten sie sich auf Rang 16 vorarbeiten. Sie seien unglaublich zufrieden mit der Zeit von 9:21:59 und 24 geholten Posten. Eine besondere Ehre wird Felix zuteil. Er wird als ältester Teilnehmer mit einer Medaille ausgezeichnet. Somit nehmen Daniel und Felix bei ihrer gemeinsamen 9. Teilnahme am Mountain Marathon doch noch Edelmetall nach Hause.

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Daniel Montandon

Auf dem Tomlishorn ein Sprung ueber dem Nebelmeer. Fotografiert mit Selbsausloeser

Daniel Montandon

Ich bin leidenschaftlicher Hobbyfotograf und liebe es, in der Natur unterwegs zu sein.
Frühmorgens oder spät abends, wenn das Licht weicher und warm ist, sind die idealen Bedingungen. Seien es Tiere in der Natur oder Personen am See oder beim Wasserfall ich versuche das aussergewöhnliche Bild festzuhalten.

Mein Ziel ist es, Fotoprojekte in der Natur zu realisieren, ohne aufwendige Bildbearbeitung am Computer durchführen zu müssen. Ich liebe es, mich dabei auch auf ausgefallene Projekte einzulassen. Je nach Projekt bin ich auch gerne bereit, diese auf tfp-Basis umzusetzen. Ich freue mich auf deine Kontaktaufnahme.