Swiss International Mountain Marathon – Klosters, 16./17. August 2025
Ein Jubiläum mit Tücken
Klosters – royales Reisedomizil und diesjähriger Austragungsort des 50. Swiss International Mountain Marathon. Eine ideale Voraussetzung für Reto und Daniel, um endlich nach den langersehnten Sternen zu greifen und sich als OL-Könige zu krönen.
Bereits die Anreise zur Jubiläumsausgabe des Swiss International Mountain Marathon nach Klosters glich einer kleinen Odyssee: Vier Mal umsteigen, Zugverspätungen und Sprints zwischen den Geleisen inklusive. Ein Vorbote, was Daniel Montandon und Reto Stäheli dieses Jahr in den Bergen erwarten würde. Für die beiden Orientierungs-Läufer aus der Innerschweiz sollte der diesjährige SIMM auch eine Standortbestimmung werden. Nachdem Daniels langjähriger Partner Felix 2024 seinen endgültigen Rücktritt vom aktiven Sport bekannt gab, formierte sich das Duo dieses Jahr neu. Doch was konnte man von den beiden erwarten? Die Wettbüros hielten die Chancen auf eine vordere Platzierung als durchaus intakt. Der Verjüngung durch Reto sei dank.
Tag 1 – Regen, Geduld und ein starker Auftakt
Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück mit der Gotschnabahn hoch zur Mittelstation Ober Gotschnaboden, von dort zu Fuss noch 35 Minuten bis zum Startgelände bei der Schwarzseealp. Dort begann das lange Warten: Der Start wurde immer wieder verschoben. Starker Regen und Sturmwinde verhinderten, dass alle Läufer hochtransportiert werden konnten. Nach rund zwei Stunden Warten im Regen ging es um 11 Uhr endlich los.
Von den unwirtlichen Umständen liessen sich die beiden Innerschweizer nicht beeindrucken und starteten stark. Sie liefen die Posten perfekt an. Daniel und Reto wählten stets die direkte Route und kletterten über Felsen, durch Farn, Geröll und Wasser. Nach viereinhalb Stunden erreichten sie das Tagesziel auf 2’280 Metern. Doch etwas trübte ihre Euphorie: Den ganzen Tag hatten sie kein geöffnetes Bergrestaurant oder Alphütte gefunden. Die Region Klosters-Davos schien sich Mitte August im Winterschlaf zu befinden. Kein King Charles, kein WEF, kein Bier für unsere zwei Protagonisten.
Glücklicherweise zählte sich an dieser Stelle die Erfahrung von Daniel aus. Neben einem Zelt fanden sich in ihren Rücksäcken allerlei Leckereien wieder: Rotwein, Teigwaren, Salat, ein halbes Kilo Dessert und Williams. Zu den Klängen von Alphorn-Bläsern liessen sie den ersten Wettkampf-Tag zwischen Berggipfeln und Kuhweiden ausklingen.
Tag 2 – Nebel, Nässe und ein verpasstes Ziel
In der Nacht begann es um 3 Uhr zu regnen – immer stärker, bis um 6 Uhr morgens. Um 8 Uhr fiel der Startschuss für den Massenstart. Das Wetter war neblig, aber trocken. Die heimische Witterung kam Daniel und Reto im international besetzten Teilnehmerfeld entgegen. Sie liefen lange an der Spitze. Doch dann unterschätzten sie die Distanz zum Posten „Nase auf dem Felssporn“. Der Weg zog sich, kostete Zeit und Energie. Die Schuhe und Füsse mittlerweile triefend nass. Doch die beiden kämpften sich weiter bis zur Querung des Schiferbachs. Eine optimale Route gab es nicht: Steil hinunter durch dichten Erlenwald, kaum ein Durchkommen, und auf der anderen Seite wieder mühsam hinauf durch Erdrutschhänge. Doch auch diese Herausforderung meisterten sie bravurös.
Noch einige Posten lagen auf dem Weg ins Ziel. Doch die Zeit wurde knapp. Die beiden Sportler mobilisierten nochmals die letzten Kräfte, liefen im leichten Laufschritt mit den schweren Rucksäcken auf den Schultern in Richtung Klosters Dorf – und kamen 53 Sekunden zu spät. Fünf Punkte Abzug. Rang 19 von 35 gestarteten Teams in der Kategorie „Score“. Und wieder keine offene Beiz.
Text: Luzia
2 Kommentare
Häsch nöd Uurecht mit de gschlossene Beize im Parsenngebiet!
Als vom aktiven Sport Zurückgetretener (na ja?!) gratuliere ich euch zur prächtigen Leistung und dem beachtlichen Rang. Neben der Verj’üngung des Teams mag sich diesbezüglich auch das Fehlen von Beizen positiv ausgewirkt haben.
Danke für den spassigen Bericht!